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Die Brücken könnten für die Gemeinde teuer werden

Die Brücken könnten für die Gemeinde teuer werden

Brücken – Haushalt – Vereine      

Sorgenfalten bereiten meiner Fraktion die drei Brücken über das Bahngleis in Wendisch Evern. Mit dem Inkrafttreten der Bahnreform am 01.01.1994 und deren stufenweiser Umsetzung (Um-wandlung von Bundesbahn und Reichsbahn in eine neue, privatrechtlich organisierte Eisenbahngesellschaft des Bundes, der Deutschen Bahn AG und Entschuldung des neuen Unternehmens) wurde sozusagen über Nacht die Gemeinde Wendisch Evern in die Pflicht genommen, die auf ihrem Hoheitsgebiet liegenden Brücken über das Gleis der Bahnstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg zu übernehmen.            
Während sich das Streckennetz auch mit der Bahnreform weiter im Besitz der DB AG befindet und diese  ihren Schwestergesellschaften und privaten Konkurrenten die Fahrtrassen gegen Entgelt zur Verfügung stellt, hat sie sich von zusätzlichem sowie lästigem Beiwerk getrennt. So müssen die Kommunen, ob sie nun wollen oder nicht, mit dem teuren Erbe zurechtkommen und haben nun beispielsweise die Verkehrssicherungspflicht der Brücken. Eine Folge dieser Pflicht ist, dass die Gemeinde periodische Brückenuntersuchungen in Auftrag geben muss. Bei diesen Untersuchungen wurden erste Mängel festgestellt.
Am 6. Dezember - dem Nikolaustag - gab es bei der letzten Sitzung im Jahr 2010 die Gewissheit, dass die Brücken im nächsten Jahr den Haushalt der Gemeinde Wendisch Evern erheblich belasten werden. Die derzeit in Höhe von ca. 60.000 Euro veranschlagten Mittel im Ergebnishaushalt sowie einige weitere Beträge sorgen dafür, dass sich im Haushalt 2011 nun doch eine deutliche Delle abzeichnen könnte. Für die Sanierung der Brücke am Elbeseitenkanal sind ca. 35.000 Euro eingeplant, weitere 25.000 Euro sind für Untersuchungen und die Erhöhung des Geländers an den Bogenbrücken im Ort vorgesehen. Es ist nicht auszuschließen, dass ein in Auftrag gegebenes Gutachten weitere Sanierungsmaßnahmen erforderlich macht. Untersucht wird u.a., ob Wasser in die Bogenbrücken eindringen könnte und wenn, ob sich schädliche Substanzen gebildet haben, die sich langfristig auf die Bauwerke auswirken könnten.           
Außerdem wurde bei den Brückenvoruntersuchungen vor etwa zwei Jahren dringend darauf hingewiesen, dass durch den dichten Bewuchs von Sträuchern und Bäumen beiderseits der Brücken die Gefahr besteht, dass die Wurzeln die Brücken nachhaltig beschädigen können. Deswegen haben sich Bau- und Verwaltungsausschuss an den Gemeindedirektor gewandt und ihn gebeten, die DB AG aufzufordern, ein notwendiges Profil um die Brücken freizuschneiden (die Flächen neben den Brücken gehören zum Bahngelände).  Die Landeszeitung berichtete ja über diese Aktion, ohne dabei aus meiner Sicht den Hintergrund der Aktion genauer zu beleuchten. Ob die eine Eiche hätte wirklich gefällt werden müssen, lasse ich mal dahingestellt. Tatsache ist aber, dass die Brücken aus sicherheitstechnischen und nicht auch zuletzt aus Kostengründen (Beschädigung durch eindringende Wurzeln) auf Anordnung der Mitglieder des Rates freigeschnitten wurden.       
Zu den Forderungen der Vereine an die Gemeinde: Nicht nur in diesem Jahr, sondern auch für das nächste Jahr haben sich drei Vereine in Wendisch Evern viel vorgenommen. Leider sind die Zuschussanträge für das Ausbauvorhaben des Vereins Alte Schule, den Anbau an das Vereinsheim des SV Wendisch Evern und den Umbau des KK-Standes auf Digitalausstattung des Kleinkaliberschützenvereins Wendisch Evern zu einer Zeit gestellt worden, in der sich nicht nur die Wirtschaftskrise auf den Haushalt der Gemeinde Wendisch Evern ausgewirkt hat, sondern wo auch von der Gemeinde für die laufende Dorferneuerung erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt werden mussten.       
Dass ausgerechnet in einem Jahr drei Vereine große Investitionen tätigen (natürlich immer für das Allgemeinwohl) und auch mit Recht erwarten, dass sie dabei von der Gemeinde mit finanziellen Mitteln unterstützt werden, ist ein Novum. Meinens Erachtens hatte die Alte Schule keine Möglichkeit, den Ausbau der Wohnung zu verschieben.
Dem SVW wurde die Containerlösung verwehrt (der Vorschlag einer kleinen Lösung von meiner Fraktion wurde abgelehnt), sodass ein Anbau vom Rat empfohlen und letztendlich auch von meiner Fraktion mitgetragen wurde, denn selbstverständlich wollen wir die Vereine unterstützen. Sicher kann meine Fraktion den SVW verstehen, der aufgrund der vorhergehenden Prozedur zu einem Projekt ermuntert wurde, bei dem er sich bei der Realisierung von der Gemeinde mehr finanzielle Unterstützung erwartet hat.          
Der KKSV hadert schon lange mit seiner KK-Anlage. Nachdem nun auch noch eine Anlage völlig ausgefallen ist, hat er sich dazu entschlossen, von der alten Seilzuganlage ins digitale Zeitalter zu wechseln, um so auch für junge Schützen attraktiver zu sein. Da man beim KKSV selber einen nicht unerheblichen Betrag für die Umstellung angespart hat und zu guter Letzt nicht einer der letzten Vereine im Bezirksschützenverband sein wollte, hat man sich zu diesem Schritt entschlossen.        
Das Fazit dieses Dilemmas ist, dass Gemeinde und Vereine mehr miteinander kommunizieren müssen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sich ein Verein deshalb anders verhalten hätte (können). Meine Fraktion hat sich im nächsten Jahr vorgenommen, im Rahmen einer kleinen Feier alle Vertreter der Vereinsvorstände - wie auch schon in der vergangenen Zeit – einzuladen, um unter anderem auch über solche Angelegenheiten zu sprechen.  

        

Bildunterschrift: Die Sanierung der Wendisch Everner Bahnbrücken wird den Gemeindehaushalt im nächsten Jahr belasten.


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